Scheiss Technik! - wir haben den Link verbockt
Sackgasse - hast du den Link richtig geschrieben?
du kannst zu Homepage

UNSERE NEUSTEN ARTIKEL

0

Die Ansichten der Politiker kennt man- nun geht es drum, eine eigene Meinung zu bilden. In Begleitung von Bier und zusammen mit engagierten Personen aus dem Zürcher Leben werden die bevorstehenden Abstimmungen diskutiert.

Diesmal zur Debatte: Ecopop, Goldinitiative und Pauschalbesteuerung.

Wann & Wo: Am 21. November um 20 Uhr im Karl der Grosse (blaues Foyer, NICHT in der Beiz)

Auf dem Podium:
Philipp Meier, Milieu König und Social Media Manager bei watson; Kafi Freitag, fragfraufreitag.ch; Rino Borini, Chefredaktor «PUNKT Magazin». Moderation: Simon Jacoby, Redaktor «dieperspektive».

Am Anfang stand da das sperrige Fremdwort, das wir alle schon oft gehört haben, aber trotzdem nicht so recht wussten, was es für eine Bedeutung hat: Gentrifizierung. An dieser Stelle könnte ich den Wikipedia-Artikel über die Gentrifizierung kurz zusammenfassen und die Worte leicht abändern, sodass die Wissenslücke nicht allzu offensichtlich ist. Aber das ist nicht besonders spannend, zumal wir keine Ökonomen, Architekten, Demografen oder Stadtentwickler sind. (Bei Interesse schnell das Smartphone zu zücken und die Definition online lesen.)

Stürzen wir uns also rein ins Thema. Denn Gentrifizierung geht uns alle etwas an. Es geht besonders auch uns, als Zeitung mit sehr kleinem Budget etwas an. Wir sind nämlich im letzten Jahr zweimal umgezogen. Zuerst waren wir im Karussell – eine Galerie und Bar mit befristetem Mietvertrag. Danach hat uns die Zitrone Asyl gewährt. Die Zitrone war ein grosses Haus mit Künstlerateliers. Auch die Autonome Schule Zürich war darin untergebracht. Eine Schule, welche hauptsächlich Leuten mit Migrationshintergrund und Sans-Papiers Bildung ermöglicht. Vor wenigen Wochen haben wir unsere Redaktionsräumlichkeiten ins Karl der Grosse verlegt. Ein Ort des politischen und kulturellen Diskurses. Unsere Anlässe werden von nun an oft im Karl stattfinden.

Sogar eine der weltweit teuersten Einkaufsstrassen ist von der Gentrifizierung betroffen

edito_2Wir als Redaktion haben kein Problem damit, öfters unseren Standort zu wechseln. Aber wir sind nicht die Einzigen, die von der Aufwertung, von Neubauten, von teuren Mieten in Bewegung gehalten werden. Problematischer wird es, wenn das Familien mit Kindern geschieht. Irgendwann müssen die Kinder ihre neu gewonnenen Freunde hinter sich lassen und in die Agglomeration ziehen, weil sich die Eltern die teure Wohnung in der Stadt nicht mehr leisten können. Das geschieht nicht nur mit Familien, mit Läden passiert das Gleiche. Was gab es für einen Aufschrei, als das Schweizer Warenhaus Manor bekannt gab, den gestiegenen Mietzins an der Bahnhofstrasse nicht mehr bezahlen zu können. Sogar eine der weltweit teuersten Einkaufsstrassen ist von der Gentrifizierung betroffen. Ein vergleichsweise kleines Kaufhaus soll weichen, eine internationale Kette rückt nach.

Vielleicht sollte ich einfach einen Eintrag über die fehlende Durchmischung der Stadt machen.

Unsere Rolle in der ganzen Entwicklung ist nicht unwichtig. Ich frage mich immer wieder, wie sich Jugendliche und Schüler im Starbucks einen überdimensionalen Kaffee leisten können. Und dass sie es können, steht aufgrund der besetzen Sitzmöglichkeiten ausser Frage. Und warum kostet der Kaffee im Café der viel gelobten Kalkbreite-Genossenschaft etwa gleichviel wie in jedem anderen Café? Und warum sitze ich trotzdem da und fördere den hohen Preis? Eigentlich sollte ich versuchen, die Stadt Zürich mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Das App «Züri wie neu» erlaubt es, Mängel in der Stadt zu melden. Von herumliegenden Matratzen über falsch parkierte Autos und kaputten Strassenlaternen kann Frau und Herr Zürcher die Stadt auf Mängel hinweisen. Vielleicht sollte ich einfach einen Eintrag über die fehlende Durchmischung der Stadt machen.

Jetzt bitte ich euch, das Smaprtphone noch ein zweites Mal zu zücken und beim Lesen dieser Ausgabe gleich vorne zu lassen. Wir wollen die Texte unserer Zeitung mit vielen Leuten diskutieren, denn wir sind überzeugt, es gibt so viele Meinungen zur Gentrifizierung, wie es kritische Mitdenker gibt. Sag uns deine Meinung zu jedem Text mit dem jeweiligen Link.

0

Nach dem schillernden ZHdK-Fest am vergangenen Samstag kam es zu wüsten Pöbeleien zwischen Studenten und Stadtpolizisten (20Min.ch berichtete). Nach Angaben eines Augenzeugen musizierten und feierten rund 20 fröhliche Studis nach dem offiziellen Ende des «Creative City»-Fest vor dem Musikclub Mehrspur. Anwohner und die ZHdK fühlten sich um 03:30 Uhr durch die spontane Musik gestört und riefen die Stadtpolizei.

Als die bewaffneten Gesetzeshüter um Ruhe baten, legten die Studenten erst richtig los: Die Gruppe machte sich mit Sprüchen und Witzen über den einen Polizisten lustig und bildeten einen Kreis um ihn. Ein Mann – älter als der typische Student – versuchte seine Freundin aus den Fängen der Polizei zu befreien und begann daher mit einem weiteren Polizisten zu verhandeln. Was genau die beiden sprachen ist unklar. Deutlich wurde, dass der Polizist die Beherrschung verlor und den Mann vor die Brust stiess und dieser nach hinten und mit dem Kopf auf den Boden prallte. Auf dem Video des Augenzeugen (siehe unten) ist eine junge Frau zu hören: «Checkt ihr eigentlich, dass ihr einen verletzten alten Mann hier habt?»

Die offizielle Version der Stadtpolizei unterscheidet sich ein wenig. Marco Cortesi , Sprecher der Stapo, betont, dass der ältere Herr «mehrmals und aggressiv an die Polizisten herangetreten ist und diese stiess und schubste, weil er seine Freundin von der Befragung schützen wollte. Nach mehreren Aufforderungen, Abstand zu nehmen, schubste einer der Polizisten den Mann weg, worauf dieser umfiel. Daraufhin erkundigte sich der Polizist nach seinem Wohlergehen, worauf dieser aufstand und abwinkte.»


Verzeigungen gegen Studenten
Mehrere Studenten wurden in der Folge in Handschellen von der Stadtpolizei abgeführt. Auch der zu Boden gestossene Mann sollte abgeführt werden, musste aber aufgrund seiner Kopfverletzungen zur Beobachtung in ein Spital überführt werden – auch er wurde inzwischen verzeigt. Gegen die verhafteten Studenten laufen Verzeigungen wegen Ruhestörung und Behinderung von Amtshandlungen.

In einem internen Mail kündigte die ZHdK an, mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen, ob sie auf grosses Verständnis ihrer Schule hoffen können, ist unklar. Ob die Kunstschule Polizeigewalt auf ihrem Gelände tolerieren kann ist ebenfalls unklar.

Das laute Musizieren ist das eine, die Witze gegen Polizisten der Studenten gehen schon einen Schritt weiter. Die absolute Höhe ist jedoch, dass sich ein Polizist provozieren lässt und einen friedlichen (aber aufgebrachten) Mann spitalreif-schubst.

Ein aufgebrachter Augenzeuge wollte den fehlbaren Polizisten am Dienstagabend bei der Kantonspolizei Zürich anzeigen – konnte aber nur eine Beschwerde einreichen. Er betont, er habe nichts gegen die Polizei, aber was er da beobachtet habe, gehe halt einfach nicht.

Bild: Twitter

0

Wir wären auch beinahe gescheitert. Fast Bankrott gegangen. Aber wir haben irgendwie die Kurve gekriegt. In der Januar/Februar-Ausgabe haben wir das Scheitern zum Thema gemacht. Dürfen wir in unserer Gesellschaft scheitern? Ist Scheitern ein natürlicher Vorgang (Evolution et cetera)? Warum finden es die Medien so geil, wenn ein Promi so richtig heftig scheitert?

Texte kannst du bis zum 27. November an artikel@dieperspektive.ch schicken oder hier hochladen.

thema_scheitern

0

Am 28. November um 16:00 Uhr findet die öffentliche Redaktionssitzung zur Januar/Februar-Ausgabe statt. Das Thema der Ausgabe ist Scheitern.

Die eingesendeten Texte können ab 16:00 Uhr in der Redaktion gelesen werden. Die Diskussion der Texte beginnt um 17:00 Uhr und dauert circa zwei Stunden.

Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen zu den Texten!

Wo: Karl der Grosse, Kirchgasse 14 8001 Zürich

Jetzt Text/Bild einsenden

Bitte erinnere mich jeweils an den Redaktionsschluss und die Redaktionssitzung:

0

Weisst du, wie das Budget einer ganz normalen Tageszeitung aussieht? Druck und Versand fressen 60 Prozent des ganzen Geldes weg. Dazu kommt die Redaktion (20-30 Prozent) und die Verwaltung/Verlag. Es ist unschwer zu erkennen, dass es eigentlich keinen Sinn macht, der grösste Teil des Geldes in die Holzindustrie zu schicken (Holz=Papier). Der Übermittler der Inhalte sollte eigentlich keine Rolle spielen, das Papier hängt den Verlagen wie ein schwerer Klotz am Bein. An einer anderen Stelle habe ich mal vorgerechnet, dass es für die New York Times lukrativ wäre, ihrer Abonnenten einen E-Reader zu schenken, um die Druckkosten zu sparen. 

Druck und Versand von gedruckten Zeitungen sind nicht nur unnötig teuer, in den letzten Jahren sind zudem noch die gebuchten Werbungen weggebrochen. Wohin? Natürlich ins Internet. Da sollten die Zeitungen auch hin. Die Tageszeitungen werden auch schon bald nur noch dort anzutreffen sein.

Warum drucken wir also trotzdem weiterhin auf das sündhaft teure und dazu noch unökologische Papier? Weil es geil ist.

Weisst du, wie das Budget von dieperspektive aussieht? Ungefähr 90 Prozent des ganzen Geldes fliesst direkt zur Druckerei (&Versand). Die restlichen Franken geben wir für Büromaterial und ähnliches aus. Löhne haben wir keine. Ja, rein ökonomisch ist es doof, eine Zeitung zu drucken. Ja, auch das Leseverhalten zeigt eher Richtung Internet als zurück zum gedruckten Papier.

druckerei2Warum drucken wir also trotzdem weiterhin auf das sündhaft teure und dazu noch unökologische Papier? Weil es geil ist. Eine gedruckte Zeitschrift in den Händen zu halten ist grossartig. Uns ist das so wichtig, dass wir unsere Liebe zum Papier in der Erklärung der Redaktion festgehalten haben.

Wer mit einer guten Zeitschrift unter dem Arm durch die Strasse flaniert, fühlt sich besser, intelligenter und hat mehr Sex Appeal.

Abgesehen davon, dass Papier geil ist, gibt es natürlich auch rationale Gründe, warum wir daran festhalten. Unsere Zeitschrift erscheint sechs Mal pro Jahr. Das heisst, eine Ausgabe ist während zwei Monaten aktuell. Wie lange gilt im Internet etwas als aktuell? 10 Minuten? 20? Eine Stunde? Trotz den jeweiligen zweimonatigen Pausen und dem langsamen Papier ist und bleibt dieperspektive ausserst interaktiv. In unseren Augen zwingen uns unsere Themen dazu, die Zeitung zu drucken. Oft erreichen uns lange und gute Texte, welchen wir mit einem sorgfältigen und kreativen Layout einen speziellen Platz bieten wollen. Es ist einfacher und sinnvoller, ein Thema auf 40 Seiten Papier zu behandeln, als in einem Dossier auf die Homepage zu laden.

2/7 der Redaktion vor grossen Papierrollen

2/7 der Redaktion vor grossen Papierrollen

Mit den heutigen technischen Möglichkeiten, wäre es sicher machbar, unsere Themen und Inhalte online wunderschön zu präsentieren. Doch bei unserem Budget stellt sich dann die Frage: Ist eine derartige Lösung billiger als die jetzige auf Papier?

Der wahre Grund, warum kleine und feine Print-Produkte immer überleben werden liegt wohl darin, dass sie bereits heute als ein wenig retro gelten. Es war schon immer so, und das wird auch so bleiben: Wer mit einer guten Zeitschrift unter dem Arm durch die Strasse flaniert, fühlt sich besser, intelligenter und hat mehr Sex Appeal.